Ich habe mir gestern, nach längerer Abstinenz, mal wieder die taz und die jungle world gekauft.
Mein normales Ritual war es sonst im Zug Zeitung zu lesen. Bei einer Fahrzeit von ca. 30 min. habe ich, wenn überhaupt, nur eine Zeitung geschafft.
Gestern war dem nicht so.
Ich fande die Artikel dermaßen uninteressant, das ich mit beiden Zeitungen nach kanpp 20 min. durch war und sogar noch ein bißchen in meinem Buch lesen konnte.
Ich bin eigentlich nicht politikverdrossen oder uninteressiert, aber ich finde, es gibt einfach nichts Neues oder Spannendes.
Die Themen wiederholen sich einfach.
Wer Schockolade kauft, unterstützt mal wieder irgendeinen Bürgerkrieg (vergleiche Coltan und Nigeria), die Hafenarbeiter habe bei ihrem Streik über 60 Polizisten verletzt (ich will ja nicht zu Gewalt aufrufen, aber sie haben ihre Forderungen durchgesetzt), die jw diskutiert immer noch über die Linkspartei,… eben nichts neues.
Bei all den Themen, die sich seit ca. 10 Jahren kaum verändern, frage ich mich doch wirklich: warum soll ich mich überhaupt noch mit dem Tagesgeschehen auseinandersetzen?
Wenn ich meinen Überzeugungen treu bleibe, bin ich immer auf dem aktuellsten Stand, denn die Welt ändert sich nicht wirklich!
Och, Kopf hoch, das nächste spannende Ereignis kommt bestimmt! Vielleicht ein atomarer Präventivschlag der Franzosen gegen Belgien? Das wär doch mal was! Bis dahin müssen die Zeitungs-Onkels halt zusehen, wie sie die freien Flächen zwischen Ihren Werbeanzeigen mit alltäglichem Bla-Bla vollmachen.
Ich hab ja nochmal drüber nachgedacht und bin jetzt zu folgendem Ergebnis gekommen:
Nicht die Politik ist uninteressant, sondern die Zeitungen!
Aber um diesem traurigen Zustand Abhilfe zu verschaffen, „bloggen“ wir ja jetzt gemeinsam.
Gegen Stumpfsinn und Fachidiotie!