Zu meinem 30. Geburtstag hat mir mein lieber Bruder, der gerade Buchhändler wird, dieses Buch mit dazugehöriger CD geschenkt. Das ganze ist im Verlag der SZ erschienen.
Felix meinte schon beim Überreichen des Geschenks, dass 1975 wohl musiktechnisch nicht so ein tolles Jahr gewesen wäre.
Trotzalledem habe ich mich dann vor ein paar Tagen ganz unvoreingenommen an das Buch gemacht.
Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt.
Als Wehner das Land zerrockte (Andreas Banaski über das Jahr 1975)
Mein erster Gedanke war: "Wie kann man nur so einen verkopften, selbstverliebten Schwachsinn verzapfen!" Die Siebziger müssen ja schlimm gewesen sein, wenn man Banaski folgt. Der Soul und Funk aus den Sechzigern wurde zerlegt und verhunzt.
Die Politbands waren da schon über ihren Anarchismus hinaus und ergingen sich in Selbstbetrachtungen und Reflexion des Seins.
Die SPD kam an die Macht und verriet die Arbeiterklasse.
Und dann kam der Punk und es wurde wieder besser, aber das war ja erst danach.
Und man selber outet sich als Oberschüler und Bildungsbürger.
Der Autor hat früher für Spex geschrieben und ist heute Popkultur- Archivar (sic!).
Sie sind hiermit entschuldigt, Herr Banaski .
Das Jahr in Bildern
Ein paar anscheinend wichtige Bilder aus dem Jahr.
Was mich allerdings irritiert, sind die ganzen Abbildungen vietnamnesischer Briefmarken zur Unabhängigkeit, der Völkerfreundschaft zwischen Vietnam und der DDR, Ho Chi Minh zu Ehren usw.
Irgendwie fehlt mir der Bezug der Briefmarken zu diesem Buch.
Wahrscheinlich müsste man dafür SZ und Spex lesen.
"Einige haben es Space- Boogie genannt"
Unter diesem Titel ist hier ein Interview mit Kraftwerk aus dem Jahr 1976 im Musikexpress erschienen.
Die Fragen sind zwar nicht besonders intelligent, aber zum Glück ist es die Band.
In diesem Interview zeigen sich Florian Schneider und Ralf Hütter als Musiker, die sich wirklich auch Gedanken über Musik, ihre Entstehung, ihre Entwicklung und vieles mehr machen.
Man muss die Musik von Kraftwerk nicht mögen (ich tue es z.B. nicht), aber ihr nachhaltiger Erfolg bis heute zeigt, dass diese Band einfach ein Stück Musikgeschichte geschrieben hat und Entwicklungen, gerade im elektronischen Bereich, nicht oder zumindest anders stattgefunden hätten.
Die Songs
Hier werden die 20 Songs und ihre Künstler kurz vorgestellt. Ebenso wird auf den Werdegang der Musiker und ihren Einfluss auf die Musikszene im Allgemeinen eingegangen.
Das meiste hiervon kann man sich sparen. Entwder sind die Songs nichtssagend oder wenn das nicht der Fall ist, dann ist es unter Garantie der dazugehörige Text.
Deswegen werde ich hier einfach nur unkommentiert die Playlist wiedergeben:
01 Rance Allen Group The Painter
02 Chris Spedding Motor Bikin´
03 Al Green L-O-V-E (Love)
04 Ton Steine Scherben Wenn die Nacht am tiefsten
05 Pete Wingfield Eighteen with a bullet
06 Clara Nunes A deusa dos orixás
07 Roxy Music Love is the drug
08 Juliane Werding Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst
09 Burning Spear Marcus Garvey
10 Mahmoud Ahmed Erè Mèla Mèla
11 Richard& Linda Thompson Dimming of the day
12 Charles Williams Standing in the way
13 Van McCoy The Hustle
14 Lynyrd Skynyrd Saturday Night Special
15 Bonnie Raitt What do you want the boy to do?
16 Brinsley Schwarz There´s a cloud in my heart
17 Patti Smith Gloria
18 Status Quo Down down
19 Joy Flemming Ein Lied kann eine Brücke sein
20 Curtis Mayfield Hard Times
Musik oder Text nichtssagend? Sowas über Bonnie Raitt, Pattie Smith und Richard&Linda Thompson? Ich bin entsetzt…
Du hast mich da missverstanden: die Text des Buches zu dem Songs sind nichtssagend.
Die Texte der Songs zu lesen, die Mühe habe ich mir erst gar nicht gemacht (schade eigentlich, dass Frau Werding und Frau Fleming auf Deutsch singen!).
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