Drei Brüder bringen ihre Schwester um. Aus Ehre, bzw. um diese zu retten.
Ehrenmord. Was ist das eigentlich?
Schauen wir uns mal die Definitionen an:
Ehre bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit (einer Person), sie kann jemandem als Mitglied eines Kollektivs zuerkannt werden (Ehre des Weibes, des Edelmannes, des Handwerkers u. a. m.), sie kann aber auch (etwa durch die Nobilitierung oder eine Ordensverleihung) vom dazu Berechtigten zugesprochen werden (The Queen is the fountain of honour). Durch Missachtung des Kollektivs wird der Einzelne, durch Missachtung des Einzelnen wird sein Kollektiv getroffen (vgl. …
de.wikipedia.org/wiki/Ehre
Und nocheinmal das ganze für Mord:
Mord ist die von der menschlichen Gemeinschaft besonders verurteilte und vorsätzliche Tötung von Menschen.Gelegentlich wird auch die Tötung von Tieren oder Abtreibung als Mord bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es vor, dass die Tötung eines Menschen als Mord bezeichnet wird, obwohl es sich im strafrechtlichen Sinne noch nicht um Mord handelt, sondern z. B. um Totschlag oder um ein fahrlässiges Tötungsdelikt. …
de.wikipedia.org/wiki/Mord
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Ehre ist also etwas, was einem durch die Gemeinschaft oder wichtige Einzelpersonen zuerkannt wird. Wikipedia weist daraufhin, dass zwar die Taten in der Regel von Männern verübt werden, der Entschluss meist aber von der Familie gefällt wird. Allerdings sind die Strukturen des Umfeldes, aus denen solche Entschlüsse gefällt werden, im Allgemeinen patriarchalisch strukturiert. In meinen Augen damit durchaus ein Männerproblem.
Gehen wir weiter zum Begriff des Mordes. Ebenfalls laut Wikipedia eine Tat, die von der Gemeinschaft geächtet wird. Also ist der Ehrenmord eine gesellschaftlich negativ sanktionierte Tat die durch anerkannte Mitglieder der eben benannten Gesellschaft ausgeübt wird?
Ganz interessant in den Zusammenhang: der Begriff des Ehrenmordes belegte bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2005 den zweiten Platz.
Für mich ist und bleibt Mord Mord. Da gibt es nichts ehrenhaftes dran. Egal wer ihn ausübt und mit welcher Motivation. Und wenn Männer Frauen ein selbstbestimmtes Leben absprechen, dann fehlt die Ehre schon von vornherein, auch ganz ohne sinnloses Töten.
Wer das Töten von Menschen propagiert, hat in einer freien Gesellschaft nichts verloren. Dient der der Ehrenmord der Beseitigung eines Schandfleckes auf der ach so reinen Familienweste, dann dient der Schutz vor Mördern meinem Verständnis von Freiheit und Gleichheit. Ich spreche diesen Menschen ab, jemals ein Verständnis von demokratischen Grundwerten zu entwickeln, und damit haben diese Menschen auch in meiner demokratischen Gesellschaft nichts verloren.
Abschiebung? Bin ich grundsätzlich gegen. Denn wer aus seinem Heimatland flüchtet, hat meist triftige Gründe dafür. Wer jedoch in einem Land leben möchte, in dem die Sharia gilt, dem bin ich gerne auf der Suche nach einer passenden Bleibe behilflich.
Gefängnis? Therapieresistente Straftäter müssten damit lebenslänglich (und ich meine wirklich lebenslänglich) eingebuchtet werden. Alles andere ist witzlos. Und das ganze bitte ohne Kontakt zur Außenwelt. Denn geistigen Müll kann man auch über Gefängnismauern verbreiten. Vielleicht würde sich der ein oder andere dann doch dafür entscheiden, sich in einem Land anzusiedeln, in dem er seine menschenverachtende Ideologie ausleben kann. Mein Vorschlag wäre der Iran. Dort können dann Frauenverächter und Antisemiten gerne geistigen Inzeszt betreiben.
Ansonsten sollte sich unsere Gesellschaft wieder auf die Werte berufen, für die einst die Menschen zur Revolution aufriefen.
Freiheit. Gleichheit. Brüderlichkeit.
Frei zu sein, zu denken, zu sagen, zu schreiben, zu tun, was ich möchte. Ohne meine Mitmenschen in ihren Freiheiten einzuschränken.
Gleich zu sein, in allen meinen Bedürfnissen und Rechten.
Brüderlichkeit? Na ja, klingt etwas abgeschmackt für den heutigen Sprachgebrauch und fasst für mich obiges nur nochmal zusammen.
Ehrenmord? Ich könnte kotzen!
Wobei ja nicht nur Migrantenfamilien Ehrenmorde verüben. Es gibt genug Straftaten, wo Männer ihre Frauen erstechen, weil die fremd gingen, oder sie verlassen haben, etc. Die Hintergründe sind da oft sehr ähnlich.
Die Hintergründe mögen zwar ähnlich sein. Aber bei einem “Mord aus Leidenschaft” steht meistens die Affekttat im Vordergrund und die Täter begehen diese Tat i.d.R. alleine und ungeplant. Im Gegensatz zum sog. “Ehrenmord”.
Ehrenmorde gibt es in westlichen Kulturkreisen normalerweise nur in mafia- oder gangähnlichen Strukturen. Da steht dann auch wieder der Schutz und die Ehre der Familie/ Gang im Vordergrund. Und diese Taten sind dann auch geplant.
Was übrigens immer gleich bleibt, ist der überaus hohe Anteil an Männern Sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung. Was dazu passt, ist die Tasache, das diese Taten hauptsächlich dort stattfinden, wo das Patriarchat regiert. Sei es nun als Staatsführung, Familienoberhaupt oder was auch immer.
Oberflächlich mag es gleich ausschauen, wenn ein deutscher Familienvater seine fremdgehende Frau ersticht, und dies das türkische Pendant ebenfalls macht. Allerdings bezweifel ich, dass in einer deutschen Familie (ohne Migrantenhintergrund) erst der Familienrat tagt, bevor gemeinschaftlich beschlossen wird, die Tochter des Hauses umzubringen, weil diese einen Mann aus einem anderen Kulturkreis/ Glaubens o.ä. geheiratet hat.
Und zum Abschluss: mir ist es völlig egal, ob ein deutscher Skinhead einen Farbigen ins Koma prügelt oder eine türkische Familie das Todesurteil über ein Familienmitglied fällt. Ich finde beides zum Kotzen.